Die Schlafende

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Kaffee3Cafés sind Inseln der Ruhe, Orte des Beobachtens am Ufer des Passantenstroms. Die Welt findet draußen statt und erreicht uns allenfalls gut abgehangen am Zeitungsständer, verlangt kein Handeln von uns, sondern will nur unterhalten. Cafés erlauben uns die behagliche Haltung des Voyeurs, der sich noch von der Entscheidung zwischen Kakaopulver, Schokostreuseln und gar nichts erholen muss. Warum es nicht so ist, beschreibt Lisa Steppe in dem folgenden Auszug aus „Kommst du ans Meer“. Weiterlesen

Das Schreiben in Zeiten von Corona

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birneNeulich, in der Schlange vor dem Drogeriemarkt:

„Hättest du vor zehn Tagen gedacht, dass wir hier mal anstehen würden?“, fragt mich ein Bekannter.

„Niemals!“, sage ich und schüttle den Kopf.

„Du könntest ein Buch darüber schreiben“, sagt er.

Eine Dystopie, meint er.

„Zu spät“, erwidere ich bedauernd, „die Realität hat uns längst eingeholt.“

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Anspruchsvolle Mieter: Wenn Spatzen auf’s Land ziehen

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Spatzenfoto-12Vom nachhaltigen Leben auf dem Land

Es grünt und blüht draußen vor meiner Haustür. Die Schneeglöckchen haben sich bereits wieder bis zum nächsten Frühling zurückgezogen, aber dafür leuchten Narzissen wie kleine Lämpchen im Sonnenschein und Tulpenstängel recken sich an allen möglichen und unmöglichen Stellen aus dem hohen Gras empor. Weiterlesen

Die Insel

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Die inselInnishmurray

Am 12. November 1946 verließen die letzten 46 Bewohner Innishmurray. Es wird angenommen, dass die erste Besiedelung um 2000 v. Chr. erfolgte.

Hinfahren und Ankommen ist nicht leicht. Es gibt keinen offiziellen Bootsverkehr, weil der Atlantik um die Insel als unberechenbar und gefährlich gilt. Man muss sich mit einem der ansässigen Skipper ins Benehmen setzen. Weiterlesen

GELESEN: T.C Boyle – Ein Freund der Erde

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Ein Freund der Erde _ TC Boyle_quadratischRückblick mit Ausblick in der Gegenwart

„The earth died screaming
While I lay dreaming“

Tom Waits
>The Earth Died Screaming<

Wenn dich ein Buch findet

Als Kay Niebank vor zwei oder drei Jahren in einem öffentlichen Bücherschrank in Bremen den Roman Ein Freund der Erde entdeckte, war sein erster Gedanke glücklicherweise „Den nehme ich mal für Linda mit.“ und so fand die Taschenbuchausgabe mit ihren leicht vergilbten Seiten und dem speckigen Einband ihren Weg zu mir nach Butjadingen, wo die Welt scheinbar noch in Ordnung ist.
Ich hatte bereits einige Bücher des Bestsellerautors T. Coraghessan Boyle gelesen und fand sie alle gut. Daher freute es mich umso mehr, nun diesen vielversprechenden Titel in den Händen zu halten. Weiterlesen

Strandentdeckungen

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meerMoin!

Man sollte viel mehr am Meer sein“, singt Binegra.
Wo sie Recht hat…, dachte ich, packte Schreibzeug und seefeste Lektüre in meinen Rucksack, nahm die Bahn nach Dagebül, bestieg die Fähre nach Amrum, wartete in Regen und Gegenwind auf den Bus nach Nebel und sagte mir: „So! Da bist du nun.“
Doch weil selbst am Meer zu sein ohne Bücher nur der halbe Spaß ist, musste Lesefutter mit, das zum Reiseziel passte. Welche Bücher das waren? Seht selbst. Es ging auf jeden Fall um Muschel, Inseln, Meer, Kiesel und Essen.

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Worum ging‘s nochmal? – Klima für alle

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Klimastreik_Webbanner_11200x1200

Die Welt hat an der berühmtesten bezopften Schwedin seit Pippi Langstrumpf in den vergangenen Wochen so lebhaft Anteil genommen, dass weniger wichtige Ereignisse – wie etwa der Klimawandel – ein bisschen aus der öffentlichen Diskussion verschwunden sind. Grund genug, nochmal an den morgigen Klimastreik und an einige Randereignisse zu erinnern, die in den Medien wenig Beachtung fanden. Weiterlesen

Von Schlachthof-Recherchen und Romanen – Schreibprozess mit blutigen Tatsachen

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Die Entstehung von „Krötenregen“

Wenn man micanzeigenh fragt, wie ich auf die Idee zu „Krötenregen“ gekommen bin, muss ich immer schmunzeln. Es war eigentlich nur ein feuchtfröhlicher Abend bei mir zu Hause, zwei Gäste. Und einer von beiden hatte gerade bei einer Online-Partnervermittlung eine Kontaktanzeige aufgegeben – so fing es an. Weiterlesen

Vom Recht, ein Arsch zu sein

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Zensur

Stellen wir uns kurz vor, farbenblind zu sein. Schwarz, weiß und eine unendliche Fülle von Grauschattierungen dazwischen mit hauchfeinen Abstufungen machen unserer visuelle Welt aus. Aber ob das zartgraue Hemd nun himmelblau, lavendel, pantherpink oder mauve ist und zur dunkelgrauen Jeans passt …? Um das zu klären und peinlich-gepeinigte Blicke zu vermeiden, braucht es den Rat vertrauenswürdiger Farbseher. Außer natürlich, man hält polychromatisches Sehen für ein subjektives Konzept, die Rücksicht auf Sehgewohnheiten Anderer für den Untergang der abendländischen Kultur und freundliche Empfehlungen für Zensur. Weiterlesen

Spatzenschwarm: ORTSTERMIN – Ultima Thule

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IMG_3430Der Geschichte auf der Spur

Rifstangi – Landsend, Finistère auf Isländisch. Ein Ort, wo das Land zu Ende ist. Hierher hat es Kay Niebank, den Gründer unseres Verlags, vor wenigen Tagen verschlagen. Zu Fuß unterwegs. Zelt und Verpflegung im Gepäck. So wanderte er durch isländische Weiten, um sich den Ort aufzusuchen, an dem einst einer unserer Autoren lebte und den Roman Skaftafeuer schrieb. Weiterlesen