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Im Dezember erreichte mich per Post ein Buch, das schon allein deshalb meine Aufmerksamkeit in voller Prozentzahl erlangte, weil es vom KATAPULT Verlag herausgegeben worden war.

Die Spatzenschwarm Redaktion verfolgt die Arbeiten von KATAPULT nämlich schon lange mit Begeisterung und Bewunderung. Daher war meine Neugier auf diesen Roman natürlich sofort geweckt!

KATAPULT? Was’n das?

Ach so… Ihr kennt die Magazine ja vielleicht noch gar nicht. Nun, KATAPULT produziert Karten und Infografiken zu allen möglichen Themen. Das Besondere dabei: Sie schaffen es, die Themen so darzustellen, dass wir anfangen müssen, nachzudenken! Diesen Effekt lösen die allermeisten Infografiken oder Karten bei mir im Normalfall nicht aus. KATAPULT aber schafft das regelmäßig.

Ein Beispiel aus dem Atlas: 102 grüne Karten zur Rettung der Welt

Quelle: https://www.katapult-shop.de/buecher/85/atlas-102-gruene-karten-zur-rettung-der-welt

Worum geht’s denn nun? Ist Die Redaktion ein Karten-Atlas?

Nein! Der Inhalt des Romans Die Redaktion ist schnell erklärt: Benjamin Fredrich, der Gründer von KATAPULT, erzählt in Die Redaktion die Entstehungsgeschichte des Verlags und wie es dazu kam, dass die allerersten KATAPULT Magazine gedruckt werden konnten.

Er tut dies jedoch nicht klassisch in logischer Reihenfolge, sondern streut viel mehr kleine Anekdoten, wichtige und unwichtige Fakten und Erinnerungen wie aus einem Salzstreuer über die Leser*innen aus. Den roten Faden verliert er dabei glücklicherweise nicht, jedoch habe ich mich schon an einigen Stellen gefragt, warum ich nun unbedingt diese oder jene Geschichte erfahren sollte (und ob ich sie nicht lieber nicht erfahren hätte).

Kritik – Immer ein persönliches Ding!

Ich habe während der gesamten Lektüre mit mir gehadert, ob ich weiterlesen oder aufhören soll, denn es gab zwei Punkte, die mich massiv störten:

Zum einen ist Benjamin Fredrichs Schreibstil einfach nicht mein Fall. Er schreibt flapsig / schlodderig, haut Zeiten wild durcheinander und trifft damit dummerweise nicht meinen persönlichen Geschmack. Ich selbst mag es sehr, auch mal locker zu schreiben, aber bei Benjamin Fredrich ist mir das irgendwie too much… Zu Beginn dachte ich noch, ich werde mich schon daran gewöhnen können, aber so richtig besser wurde es nicht und für mich ist klar, dass ein weiteres Buch von Benjamin Fredrich schon ein verdammt gutes und für mich absolut interessantes Thema haben müsste, damit ich mich ein zweites Mal für diesen Autor entscheide.

Mein zweiter Kritikpunkt betrifft leider auch den Autor: Ich fand und finde das KATAPULT Magazin absolut klasse und bin daher automatisch davon ausgegangen, dass mir der Kopf des Ganzen natürlich auch unglaublich sympatisch sein müsste. Ist aber nicht so. Einerseits bewundere ich Benjamin Fredrich dafür, wie genial und prinzipientreu er sein Unternehmen hochgezogen hat und aller Widerstände zum Trotz immer an sich und seine Vision geglaubt hat. Das bewundere ich WIRKLICH. SEHR! Aber dann gibt es da noch diese andere Seite an ihm, die mir sagt, dass er kein Typ ist, mit dem ich gerne am Lagerfeuer sitzen und schnacken würde. Er hat zum Teil einen etwas seltsamen Humor, gibt damit an, Autospiegel abzutreten, wenn ihn ein Autofahrer blöd anmacht, und berichtet in Die Redaktion einfach von Aktionen, die ich echt voll daneben finde. Und das, obwohl ich mich ebenfalls der linken politischen Seite zuordnen würde.

Vorgezogenes Fazit

Puh. Ich weiß jetzt gar nicht, was ich schreiben soll. Die Redaktion ist (wenn man mit dem Schreibstil des Autors zurechtkommt und seine persönlichen Einstellungen an manchen Stellen ausblendet (oder unterschreibt)), ein interessanter Roman, um ein klitzekleines bisschen hinter die Kulissen der KATAPULT Redaktion zu schauen und etwas zur Entstehungsgeschichte zu erfahren. Man lernt sogar etwas über die Schwierigkeiten, die sich zwangsläufig ergeben, wenn man eine super Idee, aber keine Ahnung von der Umsetzung hat und dazu auch noch pleite ist. Und das Buch macht Mut und motiviert dazu, an seine Träume nicht nur zu glauben, sondern sie wahr werden zu lassen, indem man einfach mal ANFÄNGT!

Also doch eine klare Empfehlung?

Nun, ich möchte ehrlich sein: Es ist kein großer Verlust, wenn Ihr Die Rdaktion von Benjamin Fredrich nicht lest. Es ist allerdings ein großer Verlust, wenn ihr euch den KATAPULT Verlag und insbesondere das KATAPULT Magazin nicht etwas näher anschaut! Denn dort wird großartige Arbeit gemacht, die unbedingt bekannter werden sollte.

Meine Empfehlung daher: Schaut euch die verlinkten Seiten an! Bestellt mal ein Magazin oder hängt euch ein Poster aus dem KATAPULT Shop in die Küche oder ins Büro! Und helft dabei, diese Welt ein kleines bisschen besser zu machen.

Daten & Fakten

  • Titel: Die Redaktion
  • Autor: Benjamin Fredrich
  • KATAPULT Verlag
  • 284 Seiten
  • erschienen im November 2020
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Autorin: Linda Grüneisen

Linda Grüneisen lebt mit ihrer Familie am Wattenmeer in Butjadingen. Sie ist Fachwirtin im Gesundheits- und Sozialwesen, arbeitet jedoch als freie Fotografin und Social Media Managerin. In ihrer Freizeit engagiert sie sich in sozialen Projekten, sowie im Umwelt- und Tierschutz. Sie lebt seit 2014 vegan.