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Foto: Pexels

Fleisch aus dem Reagenzglas als Teil einer Zukunft ohne Tierleid. – Dazu gibt es inzwischen reichlich Lesestoff. Dr. Klaus Meylahn hat Clean Meat von Nadine Filko gelesen und sich ein Urteil gebildet.

Nadine Filko berichtet in ihrem Buch Clean Meat über eine neue Generation von Entrepreneuren, die die Art, wie wir uns ernähren, grundlegend verändern könnten: Durch in-vitro erzeugtes Fleisch und weitere im Labor produzierte tierische Produkte wie Milch, Fisch oder Leder.

Sie zeichnet einen roten Faden von der Vergangenheit bis zur möglichen Zukunft. Dabei geht Nadine Filko auf ungelöste technische Fragen (Novel Food), mögliche soziale Konflikte (Bauern) und die Reaktion der Großen der Ernährungsbranche ein. Sie vergisst nicht, auf die Vorteile eines Paradigmenwechsels im Lichte von Antibiotikaresistenz, Umgang mit Tieren, Landnutzung, Klimawandel, Wasserverbrauch und Bevölkerungswachstum hinzuweisen. Sie lässt viele der Treiber des Fortschritts, die sie selbst interviewt hat, zu Wort kommen.

Am Ende zieht sie eine positive Bilanz der Zukunft. Eine den Inhalt des Buches einrahmende, kurze und erschreckende Schilderung einer möglichen, parallelen Entwicklung dient als Gegenpol.

Das Buch ist sauber recherchiert und glänzt mit vielen Quellenangaben. Es wird abgeschlossen mit einer beeindruckenden Liste von Unternehmen und Institutionen, dem „who is who“ der Cellular Agriculture Szene. Sie regt auf diese Weise zu weiteren, eigenen Recherchen an. Das Buch ist gut lesbar geschrieben. Es wird auch für diejenigen verständlich sein, die sich nicht mit den wissenschaftlichen Grundlagen der in-vitro-Zellvermehrung auskennen.

Es ist eine lesenswerte Situationsbeschreibung einer Welt, die vor einer ganzen Reihe von großen Herausforderungen steht. Nadine Filko lädt die Leser*innen ein, sich ein eigenes Bild von dieser Situation zu machen.

Nadine Filko arbeitet als freiberufliche PR-Beraterin und Autorin in Berlin. Sie hat mit „CLEAN MEAT“, veröffentlicht im Verlag Langenmüller, ihr erstes Buch verfasst.

Autor: Dr. Klaus Meylahn

Der pensionierte Lebensmittelchemiker lebt vegan. Er liebt es, mit seiner Frau Sigrid neue Rezepte für vegane Speisen auszuprobieren, liest viel (zum Beispiel „Realitätsschock“ von Sascha Lobo) und fotografiert gerne.