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Foto: Amin Attia; Bearbeitung: Kay Niebank, Ann-Christin Dieker

Seit spätestens Januar ein aus den Medien nicht wegzudenkendes Thema: Klimaschutz. Oder: Die „Fridays for Future“-Umweltbewegung, ausgelöst durch die gerade mal 16-jährige Schwedin Greta Thunberg. Oder: Wie können Schüler*innen es sich erlauben, anstatt die Schulbank, Politiker*innen einen reinzudrücken?

Die mittlerweile auch in Deutschland wöchentliche Protestaktion erreichte am 15. März ihren bisherigen Zenit. Auch bei uns in Bremen fanden sich ca. 5.000 Schüler*innen, Studierende und Erwachsene zu der Demonstration zusammen, wie die Bremer Polizei mitteilen ließ.

Die Meinungen zu „Fridays for Future“ sind durchaus gespalten. Vor allem in meiner sehr ländlich gelegenen Heimat (die Bezeichnung „Kaff“ trifft es aus städtischer Sicht sehr passend), herrscht wenig Verständnis für die jugendliche Bewegung.

>> Ja, weil, wie können die auch nur?! Die denken auch, sie hätten die Weisheit direkt mit der Muttermilch genuckelt! <<

Ja, wie denn nur? – Eigentlich ist die Antwort relativ simpel. Die momentane Generation der Schüler*innen ist dermaßen reflektiert, dass sie es nicht für sinnvoll erachtet, für eine Zukunft zu lernen, die bei fortschreitendem Klimawandel möglicherweise gar nicht existieren wird. Für viele Erwachsene und offensichtlich auch Politiker (Christian Lindner hat den Klimaschutz zur „Profisache“ erklärt; aufgepasst, über TWITTER), scheint das allerdings unvorstellbar. Eventuell deshalb, weil ihre Probleme im gleichen Alter damals nicht über die Auswahl des nächsten Disco-Outfits hinausreichten.

„Wir schwänzen nicht, wir kämpfen“, heißt es auch auf einigen Plakaten der Demonstrierenden in Bremen. Um 10 Uhr wurde sich hier am Bahnhof getroffen, es folgte ein gemeinsamer Marsch bis zum Marktplatz. Immer wieder hielt der Demo-Zug an, um Sprecher*innen Einwürfe zu konkreten Forderungen zu  ermöglichen. Darunter: ein sofortiger Kohleausstieg, eine CO2-Steuer und finanzierter Nahverkehr für alle.

Sobald der Marktplatz erreicht wurde, knüpfte eine Kundgebung an. Erneut ergriffen Sprecher*innen das Wort, darunter Vertreter*innen des ASTA, der GSV (Gesamtschüler*innenvertretung Bremen) und Wissenschaftler*innen. Dann teilte sich die Menge auf die am Marktplatz bereitstehenden Zelte auf. Klimaschutz auf Kosten von Bildung? – Wohl eher nicht. In den Zelten, fanden im Rahmen von Teach-Ins, Workshops zu den Themen Kapitalismus, Klimawandel, Klimaschutz und Klimagerechtigkeit statt.

Schwarze Schafe gibt es immer. Dass alle „Schwänzer“, für den Klimaschutz auf die Straße gehen, ist wahrscheinlich Utopie. Aber dass hochpubertäre Schüler, die mindestens 99 andere Probleme haben, bis jetzt derartig viel bewirkt haben, ist doch einfach nur mega nice. Ich muss grinsen.

>> Aufgrund von Demonstrationen in der Innenstadt kann es zu Verspätungen kommen <<

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